Entlassungs-Rente: Das Volk muss entscheiden

Wir möchten verhindern, dass im Schnellzugstempo – hauptsächlich, um die Begrenzungs-Initiative einfacher bekämpfen zu können – ein neues Sozialwerk geschaffen wird, welches gravierende Probleme zwar kurzfristig überdeckt, nicht aber löst.

 

Argumente

Falsche Anreize: Es wird noch leichter, ältere Mitarbeitende zu entlassen.

In Tat und Wahrheit handelt es sich um eine unwürdige Entlassungsrente, werden doch so die Firmen künftig noch weniger Skrupel haben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 58 Jahren zu entlassen, um sie für zwei Jahre der Arbeitslosenkasse und dann der Überbrückungsrente anzuhängen.
 
 

Wer sein Leben lang gespart hat, ist der Dumme.

Personen mit einem Vermögen (dazu zählt auch die 3. Säule) von über 50’000 Franken und Ehepaare mit über 100’000 Franken müssen ihre selbst ersparte Altersvorsorge erst aufzehren, bevor sie eine Überbrückungsleistung erhalten. Eigenverantwortlichkeit bei der Altersvorsorge würde dadurch regelrecht diskreditiert. Einmal mehr muss der Mittelstand die Zeche bezahlen.

Wer seine Stelle verliert will wieder Arbeit, keine Rente!

Wer wirklich etwas für die älteren Schweizer Arbeitnehmenden tun will, der schiebt sie nicht in eine Rente ab, sondern gibt ihnen Arbeit. Das erwarten wir von den Unternehmen! Die Entlassungsrente ist eine reine, teure Symptombekämpfung und keine Lösung.
 
 

Keine staatlichen Lösungen im Giesskannenprinzip.

Es gibt Branchen, in denen aufgrund der harten körperlichen Arbeit bereits heute sozialpartnerschaftliche Lösungen für ältere Arbeitnehmer/-innen bestehen (z.B. Bau). Hier braucht es also keine Ü-Rente, welche bewährte Verhandlungslösungen torpediert. Darum keine staatlichen Lösungen im Giesskannenprinzip, sondern angepasste sozialpartnerschaftliche Lösungen nach Mass.

NEIN zu noch mehr Fachkräftemangel und Einwanderungsdruck.

Der Bundesrat macht keinen Hehl daraus, dass die Entlassungsrente dazu dient, die negativen Auswirkungen der Personenfreizügigkeit zu kaschieren, um die Begrenzungsinitiative zu bekämpfen. Tatsächlich werden oft ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch billigere EU-Arbeitskräfte ersetzt. So ist die Zahl der ausgesteuerten 60- bis 64-Jährigen von 2011 bis 2017 um fast 50 Prozent gestiegen. Doch die vorgeschlagene Überbrückungsrente verstärkt diese Entwicklung, statt sie zu bekämpfen. Noch mehr ältere Arbeitnehmende werden ihre Arbeit verlieren, der Fachkräftemangel wird zunehmen und somit auch der Einwanderungsdruck.
 
 

NEIN zu einem neuen Sozialwerk - Altersvorsorge sichern.

Es gilt heute, die bewährten Sozialwerke und Altersvorsorgeeinrichtungen zu sichern. Dafür werden grosse finanzielle Mittel benötigt. Die anstehenden Reformen der AHV und des BVG haben deshalb Priorität und bieten auch neue Möglichkeiten und Chancen für ältere Arbeitnehmende. Ein neues Sozialwerk, das jährlich Hunderte von Millionen Franken verschlingen wird, steht völlig quer in der politischen Landschaft und ist kontraproduktiv, vor allem für die ältere Bevölkerung.

 

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